Gestern haben wir eine fatale Entdeckung gemacht.
Wenn man nämlich folgendes zur Hand hat:
1 Becher kalte Sahne (200g)
1 Tütchen Sahnesteif (nur zur Sicherheit)
50g Zartbitterschokolade
50g Vollmilchschokolade
Alternativ funktionieren auch 100g Zartbitterschokolade. Und selbstverständlich lässt sich die Zutatenliste beliebig multiplizieren; Faktor 2 ist durchaus ratsam.
Wenn man also all das hat, dann kann man das hier machen:
die Schokolade im Wasserbad schmelzen (also gaaaanz langsam, in einem Behältnis, welches in köchelndem Wasser schwimmt)
die Sahne “anschlagen”, das Sahnesteif dazu kippen und dann vollends steif schlagen
wenn die Schokolade dann flüssig ist, diese unter ständigem Rühren mit in die Sahne rein
den Pott für eine Viertelstunde ins Gefrierfach, danach in den Kühlschrank
Das ist dann quasi eine Mousse au Chocolat für Arme oder so.
Und das Fatale daran ist, dass das Zeugs so gut schmeckt, dass man so viel davon isst, dass einem davon schlecht wird. Der Effekt hält jedoch nur weniger als einen Tag an. Die Mindesthaltbarkeit der Mischung ist je nach Anzahl der anwesenden Kinder kürzer als die Zeit, die man bräuchte, überhaupt ein Datum aufzuschreiben.
Inspiriert wurde das Ganze übrigens von einem Rezept für den Wunderkessel vom Staubsaugerhersteller, vermittels welchem man innerhalb von weniger als 60 Sekunden (!) eine auch sehr gut essbare Schokocreme hinbekommt. Dafür braucht man aber eine pseudo-leichte Spezialsahne mit Palmöl, die gestern eben nicht greifbar war.
Falls ihr mal euren Raspberry Pi etwas beschäftigt und oben rechts erscheint so ein komisches buntes Quadrat:
Dann bedeutet das schlicht, dass euer USB-Netzteil unter Last ein wenig einknickt und dann weniger als 5V liefert. Das Dingens kommt nämlich nicht vom Betriebssystem, sondern von der Firmware.
Das Einzige, was mit einer Verletzung am rechten Daumen noch richtig gut geht, ist sich mit der Linken flach auf die Stirn zu hauen, und zwar so, dass es ordentlich klatscht.
Überhaupt merkt man ja erst, was man an seinen Fingern hat, sobald man mal einen nicht mehr richtig benutzen kann.
Eine SSD im Rechner ist ja wirklich was tolles, und was anderes will ich auch gar nicht mehr haben. Aber im Zeitalter von dicken Internetleitungen und Digitalkameras mit zig Millionen Pixeln sind die Dinger auch ziemlich schnell ziemlich voll.
Hier zum Beispiel der aktuelle Füllstand meines Benutzerordners, grafisch dargestellt mittels des grandiosen Programms Grand Perspective.
Was sagt uns das nun?
Es sagt mir, zunächst einmal, dass es in meinem Ordner ganz viele kleine Dateien gibt, aber auch ein paar große Brocken. Im Programm hat die Grafik auch noch einen Mouse-Over-Effekt; wenn man den Mauspfeil auf einem Rechteck ruhen lässt, wird angezeigt, was da denn so fett in den Chips rumlungert (weil SSDs haben ja keine Magnetscheiben).
Das große rote Quadrat unten links beispielsweise ist von der letzten Tomtom-Aktualisierung übrig. Wahrscheinlich steckt die aktuelle Europakarte drin, aber das Ding frisst mir 3,5 Gigabyte an Platz und ist außerdem schon auf dem Tomtom drauf. Weg damit!
Das große rote Dingens senkrecht darüber hat auch gut 3GB; das ist der Download von Zak McKracken BTAS. Da das schon entpackt ist, kann auch dieser Brocken weg von der SSD.
Die größeren Brocken oben links sind ein paar Downloads aus der ÖR-Mediathek. Was wir schon angeschaut haben, kann eigentlich auch weg.
Dass Kleinvieh auch Mist macht, erkennt man an den “Stoppelfeldern” rechts vom Tomtom. Was hier so nordamerikanisch-rechtwinklig daher kommt, ist die Fotos-Bibliothek.
So mache ich mir immer einen Überblick, wenn’s mal wieder eng wird auf der SSD, bevor ich die Bösewichte ins digitale Nirvana verschiebe. Natürlich sollte man vor jeglichen Löschaktionen erstmal noch ein Backup machen, aber letztlich rentiert sich der Aufwand, denn die Chancen stehen gut, dass dann wieder ein paar Gigabyte frei werden.
Linux-User können übrigens mit Baobab was ganz ähnliches machen.
Eigentlich hatte ich hier im Blog schon lange kein Makrorätsel mehr, ist mir aufgefallen.
Da besteht also halbwegs dringlicher Nachholbedarf!
Sprachs, packte die Kamera aus und kam nur wenige Minuten später mit dem hier wieder:
Na, was könnte das sein?
Fotos werden (wie fast immer hier im Blog) durch Draufklicken größer (und schärfer), und die Lösung gibt’s hier unterhalb, nach dem Klick.
Wir haben da für leichtere Küchenarbeiten so einen “Mischter Mätschick”. Also so eine Basisstation mit Motor drin und so Messerdeckel und so transparente Behältnisse dafür.
Das Ding ist super für zum Beispiel Salatdressings, aber wenn man die Konstruktion überfordert, geht meistens was kaputt. Zum Beispiel wenn man gerade für die Nichte am Fokokuchn backen ist und Schokoraspel braucht und aber dem Mischter ein bissel viel Schokolade zugemutet hat. Der Gummi, der die Kraft vom Motor ans Messer übertragen soll, ist dann üblicherweise das Opfer. Oder der Motor raucht ab.
Hier habe ich mal (nachdem mir die Gummifinger Messerseitig abgerissen waren) geschaut, was denn in dem Gummi eigentlich drin ist. Das ist eigentlich nur eine Metallscheibe:
Nun kann man freilich probieren, irgendwo Ersatzmesser zu bekommen. Die gibt’s irgendwo im Netz. Oder gleich ein neues Dingens kaufen mit komplettem Zubehör; das ist auch nicht viel teurer als ein einzelnes Messer.
Oder aber man geht her und nimmt einen der Messerdeckel, den man eh nicht benutzt, und baut den Kraftübertrager (vulgo: Kupplung) einfach auf den Lieblingsmesserdeckel um.
Der Witz an der Geschichte ist nämlich, dass das Messer und die Kupplung eben nicht miteinander vernietet sind sondern verschraubt. Und zwar mit einem Linksgewinde.
Zum Umbau braucht man eine Fixierung für das Messer (ich habe es schlicht an der Tischkante angelegt) sowie eine Wapuza (Wasserpumpenzange). Wenn man also den Gummi mit der Zange packt und in die Richtung dreht, in die man normalerweise eine Schraube zu machen würde, dann kann man das Ding zerlegen:
Etwas Putzen kann man bei dieser Gelegenheit auch gleich. Und beim Zusammenbau bastelt man dann die “gute” Kupplung auf den Lieblingsmesserdeckel und macht noch einen Tropfen Olivenöl an die Welle.
Wenn man’s weiß, ist das gar nicht so schwer, oder?
Wenn ihr mal in die Verlegenheit kommt, über die San-Bernardino-Passhöhe fahren zu können / dürfen / müssen, dann fallen euch wahrscheinlich auch die Betondinger auf, die man einmal vor und einmal nach der Passhöhe sieht:
(Bildquelle: Screenshot von Streetview in Google Maps)
Ich hatte ja zuerst auf Wassertürme getippt, oder auf irgendwas Militärisches aber der etwas flachere Bau ist innen hohl, und der Turm hat keine Fenster.
Des Rätsels Lösung ist schlicht: die Dinger gibt es, seit es den San-Bernardino-Tunnel gibt. Weil die sind Teil der Be- und Entlüftungsanlagen und der Service-Einrichtungen.
Ich war ja neulich Ballon FAHREN.
Dabei sind wir auch über so einige Waldstücke geFAHREN. Nun gibt es rings um Rothenburg nicht wirklich extrem viel Nadelwald. Aber so ein paar Nadelbäume gibt es dann doch, und die sehen von oben echt witzig aus, fast wie Romanesco oder Broccoli oder so:
Auch wusste ich nicht, dass man aus dem Ballonkorb raus die verlegten Drainageleitungen erkennen kann. Das sind die Fischgrätenartigen Linien hier auf dem Feld:
Aufgrund der für die in meinem Blog vorherrschenden Verhältnisse überwältigenden Resonanz sehe ich mich genötigt, an dieser Stelle das Geheimnis der Eierlikörtorte à la Wolfram zu veröffentlichen.
Material für das Fundament
6 Eier
200g gemahlene Mandeln
100g Zartbitterschokoladebollen oder -Raspeln
80g weicheR Butter
80g Zucker
1 P. Vanillezucker
1 TL Backpulver
25ml Rum
25ml Weinbrand
Material für die Fassade
2 Becher Sahne (400g)
1 P. Sahnesteif
1 P. Vanillezucker
ca. 200ml Eierlikör
50-100g Schokoraspeln
Zum Ablauf.
Erstmal machen wir uns Platz in der Küche.
Nun werden die Eier getrennt. Das Gelbe kommt schonmal in die große Rührschüssel, das Weiße wird zu Eischnee verhauen (ein paar Minuten mit dem Handrührer) und mal zur Seite gestellt.
Zu den Eigelben kommt dann der ganze Rest von den Fundamentzutaten: die gemahlenen Mandeln und die Schokolade (in je nach Gusto mehr oder weniger kleinen Stücken), der Zucker, der Vanillezucker, ein Teelöffel Backpulver, und der weiche Butter (wir sind hier in Hohenlohe-Franken!) in Stücken.
Außerdem verleiht man in diesem Schritt dem Tortenfundament die eigene Note, indem man 50ml Schnaps dazu gibt. Original gehören da halbe/halbe Rum und Weinbrand rein, ich habe aber auch schon mal nur Havana reingerührt, als ich keinen Weinbrand mehr hatte. Das kam auch sehr geil.
Ordentlich verrühren das ganze (geht mit den Eischnee-kontaminierten Schneebesen ganz gut, wenn der Butter nicht zu hart ist)
Zum Schluss hebt man den Eischnee drunter. Dann kommt die Pampe in eine runde, mit Backpapier ausgelegte und gefettete Springform und darf bei etwa 175° für etwa 40 Minuten in den Backofen. Stäbchenprobe nicht vergessen!
Nach dem Backen wird das Fundament zügig auf einen Rost ausgepackt und zugedeckt erkalten lassen. Zwei Stunden bei Zimmertemperatur sind meiner Erfahrung nach okay. Wenn der Boden irgendwelche auffälligen Gipfelchen hat, sollte man diese vor der Fassadengestaltung mit einem langen Messer einebnen. Schließlich wollen wir das Ganze dann mit Eierlikör ausnivellieren.
Die Fassade wird dann relativ schlicht gestaltet:
Die Sahne (oder der Schlagrahm, wir sind hier in Hohenlohe-Franken!) wird zusammen mit dem Sahnesteif und dem zweiten Pack Vanillezucker steif geschlagen. Den Basiskuchen platzieren wir auf einer Tortenplatte. Nun schnappt man sich einen Teigschaber oder ähnliches und streicht den Kuchen ringsrum ca. einen halben Zentimeter dick mit dem Schlagrahm ein. Oben sollte das Ding relativ glatt werden; die Seiten sind ziemlich wurscht, weil da eh noch Schokoraspel dran kommen. Keinesfalls den ganzen Schlagrahm aufbrauchen; denn mit zum Beispiel einem Spritzbeutel muss das Ufer des Eierlikörsees befestigt werden!
Die Geschichte mit den Schokoraspeln gelingt mir bislang am Ehesten so: mit einem flachen Teelöffel die Raspel aus der Packung entnehmen und in bester Maurermanier an die Seite der Torte klatschen. Die herunterfallenden Reste kann man recht gut recyceln.
Ganz zum Schluss kommt dann der Eierlikörsee. Dieser ergibt sich ganz von selbst durch profanes Auskippen auf dem Dach.
Expertentipp: nicht von einem halben Meter runter tröpfeln lassen; dabei wird der Sahneputz beschädigt!
Über die Mengenangabe lässt sich natürlich diskutieren, aber mit den 0,2 Litern kann man die Sahne recht gut abdecken, und das Dingens soll ja auch was für’s Auge sein, nüschwoar?!
Nun kommt der ganze Spaß noch für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank, und dann kann man sich einen anfressen …
:-)
Wir waren ja neulich ein bissel urlauben, und was uns kolossal fehlt, ist (neben vielem anderen) die uneingeschränkte und allgegenwärtige Verfügbarkeit von französischen Backwaren. Das was unser Dorfbäcker als “Pariser Brot” verkauft, hat mit dem Original in Etwa so viel gemeinsam wie ein Traktor mit einem Rennauto.
Also habe ich mich ins Netz gewagt und ein Rezept gefunden, welches im Ergebnis durchaus nahe an das Zeugs aus dem Urlaub ran kommt.
Zugegeben, jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, habe ich noch keine Ahnung, was “Poolish” oder “kalte Führung” bedeutet (das muss ich nachher noch googeln). Oder was an den Wartezeiten Voodoo ist und was nicht.
Ich geb aber mal ein paar Tipps unter uns Hausmännern:
Wenn man Sonntag morgens Baguette für die Family backen will, muss man laut dem Rezept Samstag morgens anfangen. Hab ich so gemacht.
Weizenmehl Typ 65 hab ich keins gefunden. Pupsnormales Standardweizenmehl geht offenbar auch. Und das Weizenmehl lässt sich (bei Mangelerscheinungen) auch komplett durch Dinkelmehl in gleicher Menge ersetzen, auch das geht.
Backmalz habe ich keins gefunden. Also habe ich Zuckerrübensirup verwendet. Geht auch.
statt der frischen Hefe tut’s auch Trockenhefe. Geht auch. Ich habe ein (1) Tütchen anteilig in den Vor- und den Hauptteig reingeleert.
den Vorteig kann man gut noch mit den Schneebesen im Handrührer machen
den Hauptteig muss man aber mit den Knethaken rühren. Mein 450W-Markengerät wird nach den vorgeschlagenen 20 Minuten schon merklich warm.
Ich hab das “9°-Wasser” so kalt wie möglich aus dem Wasserhuhn entnommen, geht offenbar auch.
die 24 Grad konnte ich auch nicht garantieren, ich hab den Pott halt zugedeckt in der Küche stehen lassen. Ging auch.
“Gefaltet” hab ich den Teig beim Umfüllen in die Schüssel so: mit dem Teigschaber umfüllen, dann mit Mehl bestreuen und dann tatsächlich einmal gefaltet.
die Umfüll-Schüssel sollte sehr deutlich größer sein als die Anrühr-Schüssel. Weil wegen der freien Entfaltung und so.
für meinen ersten Versuch hab ich den Teig bereits nach 10 Stunden aus dem Kühlschrank geholt, nur eine halbe Stunde aufwärmen lassen und auch nur eine halbe Stunde “zur Gare” gestellt (was auch immer das wieder heißen mag).
Baguettes forme ich so, dass ich den Teig in handliche Stücke teile, nochmal mit etwas Mehl bestäube und durchknete. Dann werden die länglich gemacht und verdrillt. Dann kommen die aufs Blech, dürfen sich noch ein bissel ausruhen (das ist das, was ich unter “Gare” verstehe) und dann werden sie eingeschnitten.
Vor dem Backen mit ein wenig Wasser bestreichen macht noch knusprigere Knusperkruste.