Wir sind bekennende Kaffeejunkies. „Ohne Kaff kein Schaff“ ist nur eines unserer Mottos.
Was glaubt ihr, wie wir an unserem ersten Morgen in Kroatien geschaut haben, als wir feststellen mussten, dass es keine Kaffemaschine im Wohncontainer gibt?
Nun gut, selbst ist der Kreßberger, wir hatten Filter und Kaffeepulver dabei, außerdem gehörte ein Wasserkocher sowie eine Glaskaraffe zur Grundausstattung des Mobile Homes. Damit hatten wir die Voraussetzungen für den manuellen Aufguss beisammen und die besten Voraussetzungen für den Start unserer durchaus steilen Lernkurve …
Weil nämlich das ist so:
Ein handelsüblicher Kaffeefilter wird nicht geklebt. Der wird zusammengefaltet und dann “zusammengeprägt”. Das wiederum bedeutet, dass die Verbindung zwischen den beiden Filterpapierlagen nicht endlos haltbar ist. Sobald man nämlich die ersten paar Schwünge heißen Wassers eingefüllt hat und anfängt, aufmüpfig und ungeduldig zu werden, bricht der Filter durch und das Pulver landet mitsamt dem Wasser in der Kanne. Am Besten hat das Kaffeeaufbrühen für uns funktioniert, wenn wir vorab die Prägekanten des Filters nochmals umgeknickt, dann den Filter in die Karaffe gefaltet und anschließend vorsichtig den Filter zu höchstens zwei Dritteln mit heißem Wasser gefüllt haben. Dann dauert das Aufbrühen von drei bis vier Tassen zwar 10 Minuten, aber da kann man nebenher den Frühstückstisch decken und den Butter (wegen des Genus’: wir sind Hohenloher Franken, Anm. d. Red.) und den Honig auf den Tisch stellen.
An unserem vorletzten Tag waren unsere Nachbarn gerade ausgezogen, als ein Putztrupp vom Campingplatz nebenan eintraf. Nach einer Weile gesellte sich zusätzliches Personal vermittels eines Golf-Carts hinzu, und just jenes Golf-Cart hatte auf der Ladefläche … TADAAAA … eine Kaffeemaschine!
Unsere durchaus vollständig synchronen, neidvollen und erstaunten Blicke führten dazu, dass der Fahrer uns direkt fragte, warum wir denn bitteschön so schauten. Wir erwiderten, dass er da ja eine Kaffeemaschine (!!!) auf der Ladefläche habe. Worauf er wiederum fragte, ob wir denn gerne eine bräuchten …
Wir Dösbaddel hätten also einfach nur fragen müssen … und das ganze Filtergeknicke und Satzgesaufe hätte nicht sein müssen …
Nuja, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen …
Knallhart wie wir sind, haben wir dankend abgelehnt und auch den nachfolgenden letzten Morgen (wir waren auch schon am Packen unserer Siebensachen) ohne Kaffeemaschine überstanden.
Ich habe nun eine Weile überlegt, wie ich euch von unserem Urlaub in den Pfingstferien erzählen könnte, und einfach war das nicht! Aber ich habe ein Ergebnis, und das ist, dass ich euch in erster Linie von „Dingen am Rand“ erzählen möchte. Von Dingen, die zwar interessant aber eben nicht alltäglich sind.
Viel Spaß!
Wie alles (nicht) anfing
Eigentlich hat unser Urlaub damit angefangen, dass er nicht angefangen hat. Wir hatten nämlich schlicht verschwitzt, dass wir für alle unsere Kids auch Ausweisdokumente benötigen. Die zugehörige Fettnapfrallye würde eigentlich schon alleine genügend Material für einen separaten Blogbeitrag mitbringen, aber aus Gründen des Privatsphärenschutzes möchte ich nicht weiter davon erzählen. Nur soviel: das, was wir gemacht haben, geht in der Stadt definitiv nicht. Dafür muss man auf dem Land wohnen. (Dankedankedanke, Jasmin!)
Mit einiger Verspätung sind wir dann Sonntag mittags aufgebrochen, den Weg nach Kroatien zu suchen. Bis kurz hinter München sind wir noch brav auf der Bundesautobahn gefahren. Dann haben wir stauhalber umgesattelt auf Landstraße und sind (pickerlfrei) auf Land- und Schnellstraßen über Kufstein, Kitzbühel, den Felbertauerntunnel, am Großglockner vorbei, nach Lienz, über den Plöckenpass, nach Udine, Triest und schließlich über Koper nach Umag gefahren.
Der Trick hier ist, dem Navi als Zwischenstation Lienz (nicht Linz!) schmackhaft zu machen; dann entspricht die berechnete Route ziemlich gut dem Weg, den wir gefahren sind.
Etwas erschreckt hat mich die Mautstation nach dem Felbertauerntunnel; hier werden 11,20€ fällig, egal ob man ein Pickerl hat oder nicht. Genau dasselbe habe ich auf dem Rückweg über den Tauerntunnel (ohne Felber) gelatzt.
Dank mehrerer Stopps zum Wickeln des Babys, zum Gassi gehen und zum Füttern von uns selbst (lecker Pizza in Paluzza!) haben wir auch noch etwas zusätzliche Zeit verbummelt, sodass wir erst ziemlich spät an unserem Campingplatz eingetrudelt sind - freilich nicht ohne zuvor noch in weitere Fettnäpfchen zu treten …
Ein Fettnapf war definitiv, dass wir in Slowenien gleich an der ersten Tanke eine slowenische Vignette gekauft haben. Für 7 Tage gültig, genutzt für geschätzte 10km slowenische Autobahn. Die Slowenen sind echte Füchse, was die Bestimmung der Mautgebühr anbelangt. Denn die wird nämlich deutlich größer (30€ groß, um genau zu sein), wenn das Fahrzeug über der Vorderachse höher als 1,3m ist. Unser Opel Vivaro zählt da voll dazu, und die 30€ hätten wir uns durch Landstraßen-Fahren sparen können. Allerdings hatten wir nach der doch schon länglichen Anreise und ob der fortgeschrittenen Tageszeit nicht mehr wirklich viel Nerv für solcherlei Experimente.
Die nächste Mautfalle traf uns dann in Kroatien. Kroatien hat keinen €uro sondern eine eigene Währung namens Kuna. Wer nach der Grenze aus welchen Gründen auch immer verpennt, sich an den zweifelhaften Wechselstuben einzufinden, steht unter Umständen genauso dämlich da wie wir. Nämlich ohne Kuna und ohne funktionierendes Plastikgeld mitten in der Nacht an der Schranke einer unbesetzten Mautstation, die nach umgerechnet 0,68€ verlangt …
An dieser Stelle möchte ich ein mindestens zehn- bis zwanzigfaches Hoch an die Truppe Österreicher aussprechen, die uns mit ihrer Kreditkarte aus unserer misslichen Lage befreit haben! Ich hätte euch die angebotenen 5 Euro sehr gern gegeben, wenn ihr sie denn angenommen hättet! Danke nochmals!
Allerdings fragen wir uns auch heute noch, was aus dem Mitarbeiter geworden ist, den uns kurz vor dem Eintreffen der Österreicher der sehr nette Mensch hinter dem Notruf-Knopf versprochen hat. Dessen Lösungsidee war nämlich, uns jemanden vorbei zu schicken, der uns den Obulus in Euro entrichten lässt …
Um kurz nach 23:00 Uhr waren wir in Karigador am CampingIn Umag und haben noch einchecken sowie zu unserem Mobile Home fahren dürfen.
Werte Besucher,
hiermit möchte ich Sie nachträglich davon in Kenntnis setzen, dass ich ein paar Tage weg war (Anmerkung der Redaktion: gut möglich, dass ich auch noch ein paar Fotos mehr veröffentliche; ich bin noch am Sichten).
;-)
Damit sollte die relative Ruhe in der letzten Zeit hier zumindest teilweise erklärt sein … Die Kommentierfrist habe ich kürzlich drastisch reduziert, weil mir chinesische Drecks-Möchtegern-Turnschuhverkäufer zu viel gespammt haben. Jetzt habe ich das wieder auf fünf Tage eingestellt. Mal sehen, wie dieses Setup nun performt.
Immerhin bin ich mit Erscheinen dieses Beitrag früher wieder “on” als der Wortmischer, wobei ich sehr stark hoffe, dass er sich bald wieder von seiner Blog-Blockade erholt!
Ich hab ja seit einiger Zeit ein OnePlus One als Handy. Einstmals fast noch als „Prügel“ verschrien, hat heute selbst der Kollege, der damals meinte, so ein Riesenteil käme ihm niemalsnienicht in die Tasche, ein Gerät ähnlichen Ausmaßes.
Ich vermisse auch heute noch nichts großartiges. Die Kamera an dem Gerät ist nach wie vor gut, der Prozessor ist schnell genug, um zum Beispiel PhotoSpheres in annehmbarer Zeit zu berechnen, 64GB Speicher und FullHD Quer (1080×1920) auf dem Display sind auch heute noch chic.
Das Einzige, was mir in letzter Zeit missfiel, ist, dass es keine Sicherheits-Updates mehr gab. Von OnePlus gäbe es zwar mit OxygenOS eine nach wie vor weiter gepflegte Android-Geschmacksrichtung, aber die Firma hinter meinem original installierten OS, Cyanogen Inc., ist den Weg sehr vieler Startups gegangen; auch die wohl berühmteste Alternativ-Firmware CyanogenMod gibt es nicht mehr.
Mit LineageOS (sprich: Linni-itsch-Ou-Es) gibt es jedoch einen würdigen Nachfolger. Und den hab ich mir gestern aufs Gerät getüdelt. Im Prinzip hat alles funktioniert wie in der Anleitung beschrieben, aber über ein paar Dinge bin ich dann doch kräftig gestolpert:
TWRP ging bei mir erst, nachdem ich die Option „Update Recovery“ im Entwicklermenü abgeschaltet hatte
Mit TWRP 3.1.1-0 (die seit 19. Mai aktuelle Version) bekam ich kein Lineage-Zip geflasht. Damit hagelte es reproduzierbar nur Fehler „E3003 Can’t install this package over newer build“
die OpenGApps bekam ich aus irgendwelchen Gründen nur in der Nano-Variante aufs Gerät, bei größeren Paketen gab es auch irgendein Speicherplatzproblem
Whatsapp und Threema Backuppen und Wiederherstellen ist nicht trivial und bedarf einiger FAQ-Studien und Vorbereitung. Bei Threema gibt’s ja wenigstens entsprechende Menüpunkte.
Aber immerhin hab ich jetzt ein aktuelles Android 7.1.2 statt 6-Punkt-Irgendwas auf dem Handy!
Edit: Foto von der Fehlermeldung hinzugefügt. Nach etwas Überlegen könnte der Fehler möglicherweise dadurch verursacht worden sein, dass TWRP am 19.5. aktualisiert wurde, aber mein Nightly vom 15.5. war.
Neulich war an meinem Corsa morgens einfach so die Batterie leer. “Klack” hat der Anlasser noch gemacht, aber sonst war nicht mehr viel. Also hab ich Schwiegermutters Auto ausgeliehen und damit die Kids in die Schule befördert (und mich selbst in die Arbeit). Die Batterie hatte schon ein paar Jahre runter, und wegen meines anderen Motorproblems musste ich viel Anlasser-Orgeln. Insofern hat mich das jetzt nicht wirklich gewundert, dass diese hier nicht mehr so will.
Beim Einbau der neuen Batterie musste ich mal wieder laut werden, weil an dem Wagen einfach so viel ungeschickt verbaut ist. Zum Batterietausch braucht man nämlich neben dem 10er Schlüssel (für die Kontaktschuhe) und der 13er Nuss (für den Batteriehalter) auch noch einen T25 Torx für die Schrauben, die das Kunststoffteil zwischen Frontscheibe und Motorhaube halten. Weil das muss auch weg, sonst kriegt man die Batterie nicht raus.
Nach dem Tausch ging das Auto auch wieder ohne Mucken an.
Aber: Batteriekontrollleuchte.
Vermutlich die Lichtmaschine.
Gut, sowas sollte es ja beim FOH zu Kaufen geben, dachte ich mir, und ich bin ja kein Volldepp, was den Umgang mit Werkzeug angeht. Stellt sich heraus, dass das Originalersatzteil nach schlanken 680€ auf dem Zahlteller verlangt. Da musste ich erstmal fest schlucken und hab den Lageristen (der das Ding eh bestellen hätte müssen) um Bedenkzeit gebeten.
Eine Recherche im Netz ergab, dass es Chinaware bereits ab etwa 150€ und Markengeräte ab 350€ gibt und dass an meiner Lichtmaschine aus irgendwelchen Gründen auch noch eine Vakuumpumpe dran hängt und dass es zweierlei verschiedene Lichtmaschinen für den Corsa 1.7 CDTI gibt (eine mit 100A und eine mit 110A) und dass die Keilrippenriemenscheibe einen Freilauf haben muss. Und dass meist “nur die Kohlen runter sind”.
Also hab ich mich aufgemacht, den Übeltäter zu suchen und gegebenenfalls zu zerlegen, um nur diese Kohlen zu ersetzen.
Gleich vorab: Ich hab zwar nach einigem Suchen die Lichtmaschine gefunden, aber es nicht geschafft, auch nur eine einzige Befestigungsschraube zu lösen. Den Job habe ich schlussendlich jemandem gegeben, der das kann…
Aber ich habe die Cenopilaphobie kennengelernt.
Die Angst vor leerer Batterie.
Der Akku in meinem Corsa ist mit 70 Ah für einen Kleinwagen relativ üppig. Eine solche Kapazität bedeutet, dass die Batterie in der Lage ist, 70 Stunden lang 1 Ampère Strom zu liefern. Das hört sich jetzt erstmal lang an, aber ein Ampère ist im Auto vergleichsweise wenig. Zum Beispiel haben meine beiden Standlichtbirnchen in den Scheinwerfern je 5 Watt, zusammen also 10 Watt. Bei den im Auto üblichen 12 Volt sind das 0,83A. Die beiden düsteren Dinger allein würden also meine (volle) Batterie in dreieinhalb Tagen leersaugen. Meine “echten” Scheinwerfer sind mit H3-Lampen à jeweils 55W ausgestattet. Die saugen demnach zusammen etwas über 9 Ampère und somit wäre die Batterie in etwas über 7 Stunden leer. Und dabei habe ich die Rücklichter noch gar nicht berücksichtigt.
Nun hat man im modernen Auto aber nicht nur die Beleuchtung als Verbraucher sondern auch noch vielen anderen Schnick und Schnack. Sitzheizung. Scheibenwischer. Beheizte Heckscheibe. Gebläse. Radio. Fensterheber. Und natürlich auch die Motorelektronik mit Sensoren und Einspritzventilen.
Der Super-GAU für die Batterie ist ein dunkler kalter regnerischer Morgen mit beschlagenen Scheiben. Und an genau so einem Morgen konnte ich im wahrsten Wortsinne “erfahren”, wie sich eine am unteren Kapazitätslimit befindliche Batterie auf den Fahrbetrieb auswirkt. Nach problemlosem Vorglühen und Starten (dabei fließen übrigens kurzzeitig mehrere hundert Ampère) habe ich das Licht, den Scheibenwischer, die Heckscheibenheizung und das Gebläse eingeschaltet. Nach einer kurzen Strecke wurden die Wischer merklich langsamer. Die Armaturenbeleuchtung wurde dunkler. Die “Bring-mich-Werkstatt”-Lampe ging an. Die ABS-Kontrollleuchte ging an. Die Airbag-Kontrollleuchte ebenso. Die elektro-unterstützte Servolenkung fiel aus. Die Zeiger von Drehzahlmesser und Tachometer blieben stehen (siehe Foto, das hab ich im Stand gemacht).
Meine ursprüngliche Idee, dass ich mit einer neuen, vollen Batterie auch ein paar Tage ohne Lichtmaschine zurecht kommen könnte, hat sich vollständig in Luft aufgelöst. Ich habe es noch geschafft, sicher zu parken, auch der Motor lief noch. Die Steuerelektronik kommt also offenbar mit niedrigeren Spannungen zurecht als der Rest des Autos.
Nun weiß ich: für Autos mit Verbrennungsmotor gilt fast noch mehr als für Elektroautos: Ohne Strom kein Fahr.