Montag, 8. August 2016

Was fehlt

Als wir unser erstes Kind begrüßen durften, war die Unsicherheit groß. Bei jedem noch so kleinen Schrei fragten wir uns, was wohl los ist. Bauchweh? Hunger? Windel voll? Richtig krank? Das sind die überaus dringlichen Fragen, die sich wohl alle frisch gebackenen Eltern stellen.
Genial war es dann mit Kind Nummer Zwei, als wir Nummer Eins fragen konnten, was denn grade ansteht. Mit erstaunlicher, geradezu traumwandlerischer Sicherheit bekamen wir angesagt, um was wir uns bei Nummer Zwei bitteschön zu kümmern hätten.
Freilich blieb das Füttern und Wickeln nach wie vor unser Job, aber so ein „Baby-nach-Deutsch“-Übersetzer ist wirklich was wert. Oft dachten wir uns aber trotzdem: „was wäre das schön, wenn das größere Geschwisterchen auch das Wickeln übernehmen könnte!“.

Und mit dem jüngsten Nachwuchs haben wir das jetzt tatsächlich so: unser zweitgrößtes Kind (interessanterweise nicht Nummer Eins) ist dermaßen versessen darauf, dem Baby eine neue Windel hinzuschrauben, dass wir gerne gewähren lassen.
Aber was nun fehlt, ist der Übersetzer. Die anderen Kinder haben die Babysprache inzwischen verlernt und können uns leider nicht mehr sagen, weshalb das Jüngste nun schreit.

Man kann wohl einfach nicht alles haben …

Samstag, 6. August 2016

Original und Fälschung

Neulich habe ich für eine Kindergartenveranstaltung “was herzhaftes” backen sollen. Ich habe mich für Käsefüße entschieden.

kaesefuesse_1.jpg

Zum Backen braucht man:

  • Eine Oma, von der man einen Ausstecher in Fußform leihen kann
  • Blätterteig (ich hab bequemlichkeitshalber fertigen genommen)
  • Ei (verquirlt)
  • Streukäse (Emmentaler, Bergkäse oder sowas)
  • Gewürze nach Gusto (Salz, Pfeffer, Sesam und Schwarzkümmel, Paprika, Curry, …)

Aus dem Blätterteig habe ich mir die Füße ausgestochen und auf Backpapier gelegt. Dann mit dem Ei bestrichen, mit Käse bestreut und nach Belieben gewürzt. Etwas länger backen als angegeben und gut is. Wenn man viel Zeit hat, kann man auch jeden zweiten Käsefuß rumdrehen und damit rechte und linke Füße machen.

Nachdem ich mit dem Backen fertig war, habe ich bemerkt, dass ich ja eigentlich Omas Ausstecher gar nicht hätte ausleihen müssen. Denn ich hätte auch einfach Babys Fuß auf den Teig drücken und mit einem scharfen Messer drum herum schnitzen können!

kaesefuesse_2.jpg

Obwohl … wahrscheinlich war’s mit dem Ausstecher dann doch einfacher/sicherer …

Freitag, 5. August 2016

Die Launschlampe

Für meine Kids habe ich neulich eine Launschlampe gebaut. Also eine Lampe für die Launsch.

Angefangen habe ich mit einem 5 Meter langen selbstklebendem LED-Streifen in Bunt. Dazu kamen noch zwei preisreduzierte Dreiersets Einbau-LED-Spots, eine bestehende Discokugel, ein Dreifach-Funksteckdosenset sowie Holz und Farbe.
Weil ich den LED-Streifen mindestens zweimal im Kreis führen wollte, war die Rechnung schlicht: 5m durch Pi durch 2. Das ergibt einen Durchmesser von knapp 80cm — das war also mein erstes Maß!
Ich habe mir dann aus Mehrschichtplatten einen Kreis mit diesem Durchmesser ausgesägt. Aus einem Streifen habe ich mir vieleviele Segmente für die Seitenteile gesägt, und in einen zweiten Kreis habe ich ein Loch reingesägt. Nach dem Zusammenbau der Holzteile konnte ich mit dem Einbau der Elektroteile beginnen:

loungelampe_offen.jpg

Zugegeben, hier sieht das vielleicht verwirrend aus, aber eigentlich ist es ganz einfach:

  • der Strom wird auf die Funksteckdosen verteilt
  • an der einen Steckdose hängen die LED-Spots
  • an der anderen Steckdose hängt die Discokugel
  • der LED-Streifen kriegt immer Strom, weil der eine eigene Fernbedienung hat

An der Decke sieht das Ding dann ziemlich spacig aus. Innen habe ich die Lampe weiß gestrichen, damit das bunte Licht der LEDs maximal reflektiert wird. Außen wurde sie silbrig angestrichen.

Wenn man nur die Spots anmacht, hat man eine sehr helle Beleuchtung für die Lounge - äh Launsch:

loungelampe_normalbeleuchtung.jpg

Wahlweise kann man auch nur mit Discokugel fahren, das sieht dann so aus:

loungelampe_discokugel.jpg

Oder man schaltet sich nur die bunten LEDs ein, je nach Gusto in der passenden Farbe. Zum Beispiel Gelb:

loungelampe_led_gelb.jpg

Oder Grün:

loungelampe_led_gruen.jpg

Oder Lila:

loungelampe_lila.jpg

Oder in beliebiger Kombination.
Es versteht sich von selbst, dass die Kids am Liebsten mit wild farbwechselnden LEDs und Discokugel beleuchten.

Samstag, 23. Juli 2016

Von A nach B

Ich habe meine ganz eigene Strategie zum Sichern von Fotos. Ein Schritt in der Backupkette ist das Sichern der Fotos auf einer externen Festplatte. Der andere Schritt ist, den Inhalt dieser Platte auf eine andere Platte zu sichern. Das kann man über irgendwelche grafische Tools machen oder ein Image der einen Festplatte auf die andere draufjubeln. Da es sich aber um Fotos handelt, ist eine Dateibasierte Kopiermethode eigentlich die schlauere Wahl, da dabei im Falle eines Falles nicht gleich die ganze Platte hopps ist sondern nur einzelne Dateien.
Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht eine Terminal-basierte Lösung für das Problem gesucht hätte …

Et voilà:
Unixoide Betriebssysteme bringen für genau den Zweck das Kommandozeilentool “rsync” mit. “rsync” gleicht zwei Verzeichnisse miteinander ab. Das geht sogar über’s Netzwerk, aber ich brauche das ja nur lokal (was mir niemand verbietet). Also habe ich kurz die Optionen in der Man-Page überflogen: aha, da gibt es ein “-a”, was gleichbedeutend ist mit “-rlpdgoD” und zum Archivieren gut sein soll. Und ein “-v”, was den Fortschritt ausgibt. Und mein Mac bindet externe Platten im Pfad “/Volumes” ein. Also probiere ich:

rsync -av /Volumes/Platte_1  /Volumes/Platte_2

Super Sache, das Kopieren geht direkt los!
Weil es viele Dateien sind, dauert das auch eine ganze Weile.
Aber die Fortschrittskontrolle zeigt mir: auf “Platte_2” wird alles in einen Ordner mit dem Namen “Platte_1” reinkopiert … So wollte ich das doch nicht haben!
Ich probiere verschiedene andere Optionen, sogar eine grafische Oberfläche für “rsync”, aber irgendwie will mir nicht das gelingen, was ich vorhabe, nämlich eine dateibasierte 1:1-Kopie zu erstellen.
Des Rätsels Lösung finde ich dann wieder in der Man-Page von “rsync” (die ich vielleicht sorgfältiger hätte lesen sollen), im “Usage”-Kapitel:

“A trailing slash on the source changes this behavior to avoid creating an additional directory level at the destination.”

TL;DR:
Wer also dasselbe vor hat wie ich, schreibt statt

rsync -av /Volumes/Platte_1  /Volumes/Platte_2

lieber

rsync -av /Volumes/Platte_1/  /Volumes/Platte_2

Samstag, 16. Juli 2016

Unvollständige Liste

  • Schuhe binden
  • Jeans auf- und zuknöpfen
  • Hundekackabeutel zuknoten
  • Baby wickeln
  • Käse raspeln
  • Backblech aus dem Ofen holen
  • Schlüssel aus der Hosentasche holen
  • Sprudelkästen tragen
  • Verpackungen öffnen

Das sind nur einige der unzähligen Dinge, die besser funktionieren, wenn man den linken Daumen mitbenutzen kann.

Ein kleiner Beitrag aus der beliebten Serie “Dinge, die man erst zu schätzen lernt, wenn man sie nicht mehr hat” …

MacBook Air abgestürzt

Schon seit einigen Jahren habe ich ein Dreizehnzoll-MacBook Air. Es hat mich bisher nie im Stich gelassen und war mir für alle rechnergestützten Schandtaten gut genug. Ob Web-Entwicklung oder Grußkarten designen, ob Programmieren oder Fotos bearbeiten. Akkulaufzeit bestens, alle Anschlüsse dran, die ich brauche. Alles gut, alles super.

Nun ist es mir zum ersten Mal so richtig abgestürzt:

mba_absturz.jpg

Zugegeben, im technischen Sinne ist es nicht wirklich defekt, denn es funktioniert immer noch einwandfrei (ich schreibe diesen Text gerade auf dem Gerät). Und diese Delle ist auch nicht die einzige Unfallfolge. Unter anderem hat eine Kaffeetasse ihr Leben gelassen und dabei irgendwie meinen Daumen böse aufgeschlitzt und es war auch sehr viel Blut aufzuputzen.

Aber irgendwie ärgere ich mich über die Delle am meisten …

Freitag, 15. Juli 2016

Schödingers Concordia

Erwin Schrödinger ist ja hauptsächlich für sein Katzen-Gedankenexperiment bekannt, mit welchem er verdeutlichen wollte, dass es in der Quantenmechanik Übergangszustände gibt, die in unserer makroskopischen Welt etwas schwer zu greifen sind.

Neulich habe ich mit einem Bekannten zusammen unsere Route nach Korsika auf Google-Maps nachvollzogen. Dabei bin ich in den Satellitenbildern mal wieder über das Wrack der Costa Concordia im Hafen von Genua gestolpert (ich berichtete):

costa_concordia_genua.png

(Screenshot von dieser URL auf Google-Maps)

Dies war uns freilich direkt Anlass genug, nachzuforschen, wo denn die Costa Concordia umgekippt ist, und das war ja an der Ostküste der Insel Giglio. Und siehe da, auch dort liegt eine Costa Concordia rum:

costa_concordia_giglio.png

(Screenshot von dieser URL auf Google-Maps)

So, und an dieser Stelle kommt dann der Herr Schrödinger ins Spiel. Ich kann nämlich - solange ich Giglio in der Karte herangezoomt habe - nicht sagen, ob das Schiff noch im Hafen von Genua liegt und umgekehrt. Und wenn ich herausgezoomt habe, weiß ich gar nicht, wo die Costa Concordia ist, denn ich kann sie dann weder in Genua noch in Giglio erkennen.

Aber vielleicht täusche ich mich ja auch komplett und ich habe es hier nicht Schrödingers Katze sondern mit Herrn Heisenberg zu tun …

Samstag, 9. Juli 2016

Lehrreiche Bedienungsanleitung

Die Mädels haben von irgendwoher Armbanduhren bekommen. Nicht nur, dass die Dinger wasserdicht sind, sie haben sogar eine Lünette.
Die Anleitung (auch das ehrt freilich die Bezugsquelle, dass es überhaupt eine Anleitung gibt) hat jedoch nicht wirklich viel erhellendes zur Lünette zu sagen:

drehbar.jpg

Drehbarer Ring ist drehbar!
;-)

Dabei kann man sich mit dem Ding Zeiten markieren um sich zum Beispiel die Tauchzeit abzuschätzen oder (freilich nicht bei diesen Uhren) Geschwindigkeiten messen oder gar rechnen.

Donnerstag, 7. Juli 2016

Spacig

luftraum_uniklinik_ulm.jpg

Im Neubau des Uniklinikums in Ulm (der inzwischen auch schon wieder vier Jahre auf dem Buckel hat) gibt es ein paar so genannte Lufträume. Das sind so offene Schächte zwischen den Stockwerken. Im zweiten Geschoss (das ebenerdig zum Haupteingang ist) haben die Erbauer eine Lage Glasscheibe eingezogen. Vom zweiten bis zum sechsten Geschoss ist freie Luft. Von unten sieht das auch ganz gut aus, aber wenn ich im sechsten Stock an so einem Luftraum vorbei muss, dann habe ich immer ein mulmiges Gefühl.
Vom ersten Stock aus (ganz unten, im EG ist die Gebäudetechnik angesiedelt) kann man bis zum Glasdach oberhalb des sechsten Stocks hochschauen, und genau diese Ansicht zeigt mein Foto.

Krass, ne?

Dienstag, 5. Juli 2016

1.21 Megawatt

Nein, ich wollte nicht “1.21 Gigawatt” wie bei “Zurück in die Zukunft” schreiben! 1.21 Megawatt passt schon so. Denn das ist die Leistung, die man einem Tesla Supercharger (das sind die Schnellladestationen von Tesla) innerhalb von 9 Stunden abzapfen könnte, wenn man die aktuelle Maximalleistung von 135 kW annimmt.

Was kann man mit so viel Strom alles machen? Zum Beispiel könnte man einen Standard-Heizlüfter (der hat typisch eine Leistung von 2kW) fast einen Monat lang nonstop laufen lassen. Den typischen Tagesstromverbrauch einer 4-köpfigen Familie von knapp 12kWh könnte man an so einer Säule innerhalb von 5 Minuten abholen. Wir könnten ein Ei-Fon über 50 Jahre lang jeden Tag randvoll laden.
Wir sehen: wir leben in “spannenden” (beziehungsweise “leistenden”) Zeiten.

(und an genau dieser Stelle schalten wir um auf “Asterix”-Modus)

Wir befinden uns im Jahre 2016 n. Chr. Ganz Europa zapft Strom ohne Ende. Ganz Europa? Nein! Denn ein unbeugsamer Hersteller von Elektrozahnbürsten schafft es nicht, eine läppische Zahnbürste innerhalb von 9 Stunden voll zu laden.

(Anm. d. Red.: Zumindest dann nicht, wenn die Zahnbürste seit dem letzten Laden mehr als 3x benutzt wurde)

Irre oder?

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