Ich war ja neulich Ballon FAHREN.
Dabei sind wir auch über so einige Waldstücke geFAHREN. Nun gibt es rings um Rothenburg nicht wirklich extrem viel Nadelwald. Aber so ein paar Nadelbäume gibt es dann doch, und die sehen von oben echt witzig aus, fast wie Romanesco oder Broccoli oder so:
Auch wusste ich nicht, dass man aus dem Ballonkorb raus die verlegten Drainageleitungen erkennen kann. Das sind die Fischgrätenartigen Linien hier auf dem Feld:
Schön war’s!
Die “Rouder Schnäpsle” haben einwandfrei unterhalten, der Blootz war oberlecker und der Ausschank stets bemüht, dem Andrang gerecht zu werden. Die Einradler haben tapfer der Sonne getrotzt.
Das Einzige, was mir persönlich nicht gefallen hat, war das Ende des Festes.
Es heißt übrigens deshalb “Fahrt” und nicht “Flug”, weil zu der Zeit der Erfindung der Ballonfahrt durch die Gebrüder Montgolfier nur die Vögel geflogen sind. Alles andere ist gefahren, zum Beispiel Kutschen oder Schiffe, oder eben gelaufen. Die ersten Heißluftballonfahrer haben schlicht den Jargon der Seefahrer übernommen.
Einer anderen Erklärung nach unterscheidet der Ballonfahrer zwischen aktivem und passivem Luftraumaufenthalt.
Dinge, die schwerer sind als Luft (zum Beispiel Flugzeuge und Vögel), welche also aktiv etwas für den Flug tun müssen, werden als “fliegend” bezeichnet. Dinge die hingegen leichter als Luft sind (zum Beispiel Heißluftballone), werden als “fahrend” bezeichnet.
Heißluftballons starten Thermikhalber vorzugsweise zum Sonnenauf- und Untergang. Wir sind gestern Abend im Taubertal unterhalb von Rothenburg ob der Tauber gestartet. Das nebenstehende Foto zeigt denn auch die Altstadt von Rothenburg aus nördlicher Richtung. Dem Wetter nach hätte ich eigentlich damit gerechnet, dass es senkrecht nach oben geht und dann wieder runter, aber ein paar Meter über dem Boden ging dann doch einiges an Wind. Wir sind während der Ballonfahrt fast 20 Kilometer nach Norden gefahren.
Da der Ballon mit dem Wind unterwegs ist, gibt es auch keinen Fahrtwind. Es rauscht nichts um die Ohren (wenn nicht der Pilot grad “Gas gibt”). Man ist vollkommen lautlos unterwegs. Menschen und Tiere, die den Ballon nicht am Himmel entdecken, ahnen nicht, dass sie von oben beobachtet werden. Wir haben so einige Rehe und Hasen in den Feldern gesehen. Und Unterschiede im Bewuchs der Felder, wo früher mal Wege waren. Und wo Drainagen verlegt wurden. Landwirt Christian, der mitgefahren ist, konnte uns sehr viel erklären. Von der Fruchtart, über frühere und spätere Aussaatzeitpunkte, über gute und schlechte Äcker. Pilot Gerhard hat derweil probiert, uns geographisch zu bilden und uns die Namen jeder noch so kleinen Häuseransammlung genannt. Detwang, Steinbach, Bettwar, Tauberscheckenbach, Neustett, Gickelhausen, Equarhofen, um nur einige zu nennen. Selbstverständlich hatte ich die wenigsten auch nur schonmal gehört …
Interessant war auch zu sehen, wie beinahe schon inflationär Windenergieanlagen aufgestellt werden.
Traditionell müssen Erst-Ballonfahrer nach ihrer Fahrt eine Ballonfahrertaufe (vulgo Ernennung in den Ballonfahreradelsstand) über sich ergehen lassen, denn König Ludwig der Sechzehnte verfügte, dass nur Adlige Ballons fahren dürften. Der verliehene Titel ist typischerweise länglich und etwas sperrig und mit ein paar Schweinereien verbunden. Denn einmal getauft muss man gegenüber anderen getauften Ballonfahrern jederzeit den verliehenen Titel wiedergeben können. Garstige Ballonpiloten machen auch Testanrufe bei ihren Kunden. Schafft man das nicht, muss an die anwesenden Ballonfahrer eine Runde ausgegeben werden. Selbiges gilt übrigens auch, wenn der getaufte Ballonfahrer von “fliegen” statt “fahren” spricht.
Während der Taufe werden am Kopfe der Täuflinge ein paar Haare angebrannt und mit Sekt ausgelöscht. Der restliche Sekt wird dann gemeinsam konsumiert.
Aufgrund der für die in meinem Blog vorherrschenden Verhältnisse überwältigenden Resonanz sehe ich mich genötigt, an dieser Stelle das Geheimnis der Eierlikörtorte à la Wolfram zu veröffentlichen.
Material für das Fundament
6 Eier
200g gemahlene Mandeln
100g Zartbitterschokoladebollen oder -Raspeln
80g weicheR Butter
80g Zucker
1 P. Vanillezucker
1 TL Backpulver
25ml Rum
25ml Weinbrand
Material für die Fassade
2 Becher Sahne (400g)
1 P. Sahnesteif
1 P. Vanillezucker
ca. 200ml Eierlikör
50-100g Schokoraspeln
Zum Ablauf.
Erstmal machen wir uns Platz in der Küche.
Nun werden die Eier getrennt. Das Gelbe kommt schonmal in die große Rührschüssel, das Weiße wird zu Eischnee verhauen (ein paar Minuten mit dem Handrührer) und mal zur Seite gestellt.
Zu den Eigelben kommt dann der ganze Rest von den Fundamentzutaten: die gemahlenen Mandeln und die Schokolade (in je nach Gusto mehr oder weniger kleinen Stücken), der Zucker, der Vanillezucker, ein Teelöffel Backpulver, und der weiche Butter (wir sind hier in Hohenlohe-Franken!) in Stücken.
Außerdem verleiht man in diesem Schritt dem Tortenfundament die eigene Note, indem man 50ml Schnaps dazu gibt. Original gehören da halbe/halbe Rum und Weinbrand rein, ich habe aber auch schon mal nur Havana reingerührt, als ich keinen Weinbrand mehr hatte. Das kam auch sehr geil.
Ordentlich verrühren das ganze (geht mit den Eischnee-kontaminierten Schneebesen ganz gut, wenn der Butter nicht zu hart ist)
Zum Schluss hebt man den Eischnee drunter. Dann kommt die Pampe in eine runde, mit Backpapier ausgelegte und gefettete Springform und darf bei etwa 175° für etwa 40 Minuten in den Backofen. Stäbchenprobe nicht vergessen!
Nach dem Backen wird das Fundament zügig auf einen Rost ausgepackt und zugedeckt erkalten lassen. Zwei Stunden bei Zimmertemperatur sind meiner Erfahrung nach okay. Wenn der Boden irgendwelche auffälligen Gipfelchen hat, sollte man diese vor der Fassadengestaltung mit einem langen Messer einebnen. Schließlich wollen wir das Ganze dann mit Eierlikör ausnivellieren.
Die Fassade wird dann relativ schlicht gestaltet:
Die Sahne (oder der Schlagrahm, wir sind hier in Hohenlohe-Franken!) wird zusammen mit dem Sahnesteif und dem zweiten Pack Vanillezucker steif geschlagen. Den Basiskuchen platzieren wir auf einer Tortenplatte. Nun schnappt man sich einen Teigschaber oder ähnliches und streicht den Kuchen ringsrum ca. einen halben Zentimeter dick mit dem Schlagrahm ein. Oben sollte das Ding relativ glatt werden; die Seiten sind ziemlich wurscht, weil da eh noch Schokoraspel dran kommen. Keinesfalls den ganzen Schlagrahm aufbrauchen; denn mit zum Beispiel einem Spritzbeutel muss das Ufer des Eierlikörsees befestigt werden!
Die Geschichte mit den Schokoraspeln gelingt mir bislang am Ehesten so: mit einem flachen Teelöffel die Raspel aus der Packung entnehmen und in bester Maurermanier an die Seite der Torte klatschen. Die herunterfallenden Reste kann man recht gut recyceln.
Ganz zum Schluss kommt dann der Eierlikörsee. Dieser ergibt sich ganz von selbst durch profanes Auskippen auf dem Dach.
Expertentipp: nicht von einem halben Meter runter tröpfeln lassen; dabei wird der Sahneputz beschädigt!
Über die Mengenangabe lässt sich natürlich diskutieren, aber mit den 0,2 Litern kann man die Sahne recht gut abdecken, und das Dingens soll ja auch was für’s Auge sein, nüschwoar?!
Nun kommt der ganze Spaß noch für mindestens zwei Stunden in den Kühlschrank, und dann kann man sich einen anfressen …
:-)
Meine Schwiegermutter hat bei mir für ihre Geburtstagsfeier eine Eierlikörtorte bestellt. Ich hab da nämlich ein Rezept gefunden, welches selbst Backvollhonks wie ich hinbringen. Und seit ich beim Wohnung Renovieren ein paar Leitungen eingegipst und ein paar Wände verputzt habe, klappt das mit dem Verstreichen der Sahne auch irgendwie besser.
;-)
Wo ich mich noch ein wenig hart tue, ist das Verteilen der Schokoraspeln auf dem Umfang. Ich glaube, auch hier macht Übung den Meister.
Da mach ich also heute früh die Torte für SchwieMus Geburtstag fertig, nehm die Eierlikörflasche aus dem Regal und was seh ich auf der Pulle?
Jetzt gibt es schon Güteklassen für die Bodenhaltung!!!
Die Frau Spätlese hat mir diese Woche mal mit ihrem Brötchenrezept kräftig das Maul wässrig gemacht.
Trotz ihrer sehr deutlichen Warnung, an welcher Stelle Backvollhonks (und ich zähle mich da durchaus dazu!) raus sind, habe ich mich rangetraut. Und siehe da: es ist tatsächlich was dabei herausgekommen!
Dabei habe ich statt der frischen Hefe (die kaufen wir immer, wenn wir keine brauchen und werfen sie dann weg, wenn sie schlecht ist) so Tütchenzeugs verwendet. Aber es stand schließlich auch drauf, dass die Menge für 500g Mehl gut sei. Auch die Holunderblütchen haben keinen Weg rein gefunden, zum Einen, weil ich den Teig spät Abends angerührt habe und zum Anderen, weil der Holunder bei uns schon fast verblüht ist. Als Streudeko habe ich Kreuzkümmel, Sesam und grobes Meersalz verwendet. Und zu guter letzt sind das statt Mittwochsbrötchen nun Freitagsweckle geworden. Schließlich sind wir hier ja in Hohenlohe-Franken!!
Irgendwie beschleicht mich das dumpfe Gefühl, dass da noch mehr geht, aber für den ersten Versuch finde ich die Dinger schonmal gar nicht so schlecht!
Beim nächsten Versuch habe ich noch folgende Änderungen vor:
Ein bissel mehr Wasser rein (ich hab mich eher an der Untergrenze von 250ml orientiert; dann wird der Teig recht fest)
Die Kachel wird gefettet oder es kommt Backpapier rein (dummer Anfängerfehler; stand nicht im Rezepthab ich überlesen)
Gestern waren wir endlich mal wieder im Wildpark Bad Mergentheim.
Dort gefällt es uns typischerweise gut, und seit wir das letzte Mal dort waren, hat sich auch wieder einiges verändert.
Eine unübersehbare Veränderung ist die immer noch recht neue (2014 eröffnete) Koboldburg am Spielplatz am Eingangsbereich. Ein Zeitfresser par excellence.
Vor allem wenn man mehrere Kinder dabei hat. Denn die fetzen los, und dann sieht man die Gruppe für einige Zeit nicht mehr. Wenn man im Verlauf des Tages viel Glück hat, sieht man mal einzelne Kids vorbei huschen.
Eine gut gepflegte Theorie von mir war ja, dass es im Tierpark auch absichtlich leere Gehege gibt, vor denen die Besucher dann stehen und dumm schauen “wo ist denn der Luchs?!”. Jeweils zur Fütterungszeit lässt dann je einer der stets paarweise auftauchenden Tierpfleger dann kurz mal ein paar Viecher springen, die kriegen vom anderen Tierpfleger kurz ihr Futter und dann werden die wieder weggesperrt.
Tja, diese sorgsam überlegte Theorie wurde mir gestern vom pösen pösen Luchs gründlich versaut, denn der ist vor unseren Augen (und schon eine Stunde vor der Fütterung) kurz mal eben den Baum hochgekraxelt.
Auch die Wildkatze (hier beim Jagen von Eintagsküken abgebildet) ist normalerweise so ein Fall, und bei denen haben wir uns auch die Fütterung angeschaut, weil die Kids recht lange im Streichelzoo waren.
Die Otter haben sich trotz komplett frisch gemachtem Gehege nicht blicken lassen und stützen so meine bröckelige Theorie.
Sehr süß hat gestern der Marderhund geschaut:
So sieht das aus, wenn ein Wolf wegen irgendwas zurecht gewiesen wird:
In Bad Mergentheim gibt es auch Schafe mit vier Hörnern:
Und Vorwerkhähne (ja, die heißen tatsächlich so!), und das einzige, was sie mit den Staubsaugern gemeinsam haben, ist eventuell noch die Geschwindigkeit, in der sie lose Körner verschwinden lassen …
Die Waschbären sind immer darauf bedacht, einen guten Eindruck zu machen
Wohingegen die Polarfüchse recht verratzt ausgesehen haben. Die wechseln nämlich nur einmal im Jahr ihr Fell. Hier ein mit Eintagsküken abgefülltes Exemplar.
Zum Abschluss meines Kurzberichts noch ein Foto von dem aus einem (!) Holzstamm geschnitzten Wolfsrudel an der Einfahrt zum Tierpark:
Zugegeben, das Bild hier unten ist eins aus dem letzten Urlaub (sorry, Frau Spätlese!), aber man erkennt darauf hoffentlich, dass hier viele Autos hintereinander stehen.
Was wir hier die Woche mal hatten, war ein Stau auf der A6. 20 Kilometer. Wegen einem Unfall, bei dem gottseidank niemand großartig verletzt wurde.
Und wenn so ein Unfall passiert und dann der Stau anfängt, dann kommt ja im Radio, dass “da und dort” ein Unfall war und dass die eine und/oder die andere Spur gesperrt sind.
Wenn das was größeres wird, dann kommt das mit der Sperrung deutlicher, und dass man die Unfallstelle doch bittschön über die U-Sowieso umfahren soll.
Und wenn die Situation richtig ausufert, dann wird gemeldet, dass auch auf den Umleitungsstrecken mit dick Stau zu rechnen sei, weil auch diese überlastet seien. Und man soll die Gegend doch bitte weiträumig umfahren.
Das ist ja alles schön und gut, aber was soll man denn tun, wenn man in genau der Ecke wohnt, vor der gewarnt wird? Soll man dann sein Zuhause auch weiträumig umfahren?
Wir waren ja neulich ein bissel urlauben, und was uns kolossal fehlt, ist (neben vielem anderen) die uneingeschränkte und allgegenwärtige Verfügbarkeit von französischen Backwaren. Das was unser Dorfbäcker als “Pariser Brot” verkauft, hat mit dem Original in Etwa so viel gemeinsam wie ein Traktor mit einem Rennauto.
Also habe ich mich ins Netz gewagt und ein Rezept gefunden, welches im Ergebnis durchaus nahe an das Zeugs aus dem Urlaub ran kommt.
Zugegeben, jetzt, wo ich diesen Artikel schreibe, habe ich noch keine Ahnung, was “Poolish” oder “kalte Führung” bedeutet (das muss ich nachher noch googeln). Oder was an den Wartezeiten Voodoo ist und was nicht.
Ich geb aber mal ein paar Tipps unter uns Hausmännern:
Wenn man Sonntag morgens Baguette für die Family backen will, muss man laut dem Rezept Samstag morgens anfangen. Hab ich so gemacht.
Weizenmehl Typ 65 hab ich keins gefunden. Pupsnormales Standardweizenmehl geht offenbar auch. Und das Weizenmehl lässt sich (bei Mangelerscheinungen) auch komplett durch Dinkelmehl in gleicher Menge ersetzen, auch das geht.
Backmalz habe ich keins gefunden. Also habe ich Zuckerrübensirup verwendet. Geht auch.
statt der frischen Hefe tut’s auch Trockenhefe. Geht auch. Ich habe ein (1) Tütchen anteilig in den Vor- und den Hauptteig reingeleert.
den Vorteig kann man gut noch mit den Schneebesen im Handrührer machen
den Hauptteig muss man aber mit den Knethaken rühren. Mein 450W-Markengerät wird nach den vorgeschlagenen 20 Minuten schon merklich warm.
Ich hab das “9°-Wasser” so kalt wie möglich aus dem Wasserhuhn entnommen, geht offenbar auch.
die 24 Grad konnte ich auch nicht garantieren, ich hab den Pott halt zugedeckt in der Küche stehen lassen. Ging auch.
“Gefaltet” hab ich den Teig beim Umfüllen in die Schüssel so: mit dem Teigschaber umfüllen, dann mit Mehl bestreuen und dann tatsächlich einmal gefaltet.
die Umfüll-Schüssel sollte sehr deutlich größer sein als die Anrühr-Schüssel. Weil wegen der freien Entfaltung und so.
für meinen ersten Versuch hab ich den Teig bereits nach 10 Stunden aus dem Kühlschrank geholt, nur eine halbe Stunde aufwärmen lassen und auch nur eine halbe Stunde “zur Gare” gestellt (was auch immer das wieder heißen mag).
Baguettes forme ich so, dass ich den Teig in handliche Stücke teile, nochmal mit etwas Mehl bestäube und durchknete. Dann werden die länglich gemacht und verdrillt. Dann kommen die aufs Blech, dürfen sich noch ein bissel ausruhen (das ist das, was ich unter “Gare” verstehe) und dann werden sie eingeschnitten.
Vor dem Backen mit ein wenig Wasser bestreichen macht noch knusprigere Knusperkruste.