Donnerstag, 9. Februar, 2023

Nicht wie es scheint

Kennt ihr eigentlich die Geschichte vom Bärendienst?

Ich kannte sie bis vor kurzem noch nicht. Und jetzt, da ich sie kenne, bin ich froh, dass ich damit bisher nirgends in einen Fettnapf gelatscht bin …

Aber von vorne.

Wenn ich bisher davon hörte, dass jemand einem einen Bärendienst erweist, dann bedeutete das in meinem Kopf immer, dass es sich dabei um einen richtig großen Gefallen handeln musste. Weil der Bär ist ja das Symbolbild schlechthin für Größe und Stärke. Und ein Bärenhunger ist ja auch nicht gerade klein.

Entsprechend gab es für mich keinen Zweifel: ein Bärendienst ist groß und gut.

Nun hat aber der Bärendienst seinen Ursprung in einem französischen Märchen mit dem Namen “L’ours et l’amateur des jardins” , und das geht folgendermaßen: ein alter Mann - Gartenfreund - und ein Bär gründen eine WG. Als der alte Mann eines Tages im Garten schlummert und ihm eine Fliege auf der Nase herumkrabbelt, will der Bär die Fliege verscheuchen und wirft deshalb einen großen Stein nach ihr.
Weder die Fliege noch der alte Mann überleben die Aktion.
😱

(siehe dazu auch die Wikipedia)

Der Bärendienst war also zwar gut gemeint, aber er ging für den Adressaten sehr übel aus. Und dafür steht das Sprichwort eigentlich, und eben nicht für einen riesigen Gefallen…
Wenn jemand einem einen Bärendienst erweist, dann wollte er oder sie helfen, hat aber die Karre dadurch erst richtig und mit Anlauf in den Sand gesetzt.

Gebt es zu: ihr wusstet das alle und habt es nur mir nicht verraten, oder?